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Pressemitteilung 16/26 - 19.02.2026

Kollege KI: Warum in den Werkhallen keine Panik herrscht

Eine explorative Studie zeigt, dass Besch?ftigte Künstliche Intelligenz eher als Entlastung, denn als Bedrohung sehen – doch die soziale Dynamik in den Teams ver?ndert sich.

Chatbots, selbstlernende Roboter, automatische ?bersetzungen: KI ist in der Produktion angekommen. Doch wie ver?ndert sie Arbeit und Betriebskultur? Der Augsburger Geisteswissenschaftler Dr. Sebastian Rosengrün hat 27 Besch?ftigte in vier Unternehmen befragt. Sein Ergebnis: Statt Jobangst dominiert Pragmatismus – KI wird meist als Entlastung wahrgenommen. Gleichzeitig wachsen neue Fragen nach Verantwortung, Transparenz und sozialem Miteinander.

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Dr. Sebastian Rosengrün pr?sentiert seine Ergebnisse den beteiligten Unternehmen: Raumfahrtzulieferer MT Aerospace in Augsburg, 新万博体育下载_万博体育app【投注官网】lverarbeiter Otto Lehmann GmbH aus Neutraubling, Leuchtstoffhersteller Osram sowie BWF Offingen, welche Industriefilter und Kunststoffprofile herstellt. ? Centre for Future Production

Wenn eine Maschine streikt, w?lzt der Mitarbeitende heute keine Handbücher mehr – ein Chatbot liefert die Anleitung in Sekunden und übersetzt sie direkt in die jeweilige Muttersprache. Ob durch digitale Helfer, selbstlernende Roboter oder Bildverarbeitung in der Qualit?tssicherung: KI ist l?ngst Bestandteil der modernen Produktion. Damit steigen nicht nur Effizienz und Flexibilit?t, sondern es ver?ndern sich auch Arbeitsbedingungen und soziale Dynamiken im Unternehmen.

Der Geisteswissenschaftler Dr. Sebastian Rosengrün hat in vier Unternehmen ?hineingehorcht“ und 27 qualitative Experteninterviews geführt – vom Arbeiter in der Halle bis zum Management. Er untersucht, wie KI Arbeitsbedingungen, Rollen, Verantwortung und die Betriebskultur ver?ndert. Im Fokus stehen also nicht die Technologien, sondern die Menschen mit ihren Wahrnehmungen, Sorgen und Erwartungen. Es geht darum, die ethischen Vor- und Nachteile von Anfang an in die Prozesse einzubeziehen, ein Ansatz, der im Center for Responsible AI Technologies vertreten wird?– die Universit?t Augsburg ist dort Mitglied.

?berraschendes Ergebnis

Die oft prophezeite Panik, dass der eigene Arbeitsplatz durch KI ersetzt wird, war für Rosengrün in den Werkshallen der Region kaum spürbar. ?Die meisten Besch?ftigten gehen sehr pragmatisch mit dem Thema um“, berichtet der Wissenschaftler. Den Mitarbeitenden ist klar, dass KI wichtig für die Wettbewerbsf?higkeit ist. Teilweise ?u?erten sie sogar Stolz, wenn der Arbeitgeber KI nutzt. ?Dass sich die Arbeit in der Produktion langfristig stark ver?ndern wird, ist den Leuten klar. Gegenw?rtig aber nehmen sie neue Technologie als Unterstützung und Entlastung wahr.“

Wofür und wie stark KI eingesetzt wird, ist in den befragten Unternehmen unterschiedlich. Text- und Chatbots sind bereits weit verbreitet für Recherche, Berichte, Pr?sentationen, Meeting-Zusammenfassungen oder ?bersetzungen. Letzteres wird als gro?e Unterstützung für die Integration ausl?ndischer Fachkr?fte wahrgenommen: Dokumente, Anleitungen und E-Mails lassen sich schnell und unkompliziert in die jeweilige Muttersprache übertragen.

Rosengrün berichtet, dass KI Besprechungen zusammenfasst und To-dos auflistet. Das spare Zeit, ver?ndere aber die Dynamik. Ein Interviewpartner beschreibt: ?Man verl?sst sich auf die Zusammenfassung – und spricht weniger miteinander, was eigentlich beschlossen wurde.“ Die Aufgaben stehen zwar sauber im Protokoll, aber die Verbindung dazu fehlt, es gibt weniger gemeinsames Nachdenken und gemeinsames Verantwortungsgefühl.

Der Verlust von eigenst?ndigem Denken wird beispielsweise auch bei Auszubildenden registriert, die weniger selbst recherchieren. Dass KI nicht immer richtig liegt und Fehlinformationen m?glich sein k?nnen, wird ebenfalls kritisch gesehen. In letzter Konsequenz bewegt die Besch?ftigten dabei die Frage: ?Wer ist verantwortlich, wenn die KI nicht richtig funktioniert?“

Empfehlungen für die Einführung von KI

Eine Befürchtung der Mitarbeiter sei, dass Algorithmen zur heimlichen Leistungsüberwachung missbraucht werden k?nnten. Rosengrüns Rat: ?Den Betriebsrat von Anfang an mitnehmen.“ Wo Transparenz herrscht, schwindet das Misstrauen.

Der Forscher warnt vor blindem Technik-Eifer. Wer KI einführt, braucht nicht nur saubere Daten, sondern vor allem funktionierende Abl?ufe. ?Einen schlechten Prozess zu digitalisieren, macht ihn nicht besser“, lautet sein trockenes Resümee. Die beteiligten Betriebe zeigen gute Ans?tze. Sie etablieren ?AI-Heros“ – Expertinnen und Experten in den Teams, die als greifbare Ansprechpartner dienen – oder bieten w?chentliche KI-Sprechstunden an.

Das Projekt wurde im Rahmen des Centre for Future Production (CFP) und des KI-Produktionsnetzwerks an der Universit?t Augsburg durchgeführt. Das CFP unterstützt produzierende Unternehmen dabei, moderne Technologien und Künstliche Intelligenz in der Praxis umzusetzen. ?Das zeigt, dass an der Universit?t Augsburg KI nicht nur rein technisch betrachtet wird, sondern auch Geistes- und Sozialwissenschaften ihre Perspektive einbringen“, freut sich die Moraltheologin Prof. Dr. Kerstin Schl?gl-Flierl, die das Projekt initiiert hat und an deren Lehrstuhl Rosengrün arbeitet. Als Mitglied im Deutschen Ethikrat hat Schl?gl-Flierl auch an dessen KI-Stellungnahme mitgearbeitet.

Wissenschaftlicher Kontakt

Dr. Sebastian Rosengrün
Projektleitung ?Soziale Auswirkungen von KI in der Produktion“??
Lehrstuhl für Moraltheologie
Telefon:? 0157 56899440
E-Mail: sebastian.rosengruen@uni-a.de

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新万博体育下载_万博体育app【投注官网】ienkontakt

Michael Hallermayer
Stellvertretender Pressesprecher, Stellv. Leitung
Stabsstelle Kommunikation & Marketing

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